Virtuelle Städtliführung – Um Himmels Willen!

Beim Bahnhof Nänikon werden die Glocken abgeholt. Der Wagen wurde von vier Pferden gezogen, wobei die beiden vorderen Pferde beritten waren, wie rechts im Bild zu sehen ist. Der Umzug mit den Glocken auf dem Weg vom Bahnhof Nänikon zur Kirche Greifensee. Die neblig-trübe Atmosphäre am Tag des Glockenaufzuges 1934 kommt auf diesem Bild eindrücklich zur Geltung. Noch eindrücklicher dürfte wohl die Leere der damaligen Landschaft zwischen Bahnhof Nänikon und dem Städtli Greifensee sein. Heute ist hier alles überbaut. Einen Glockenaufzug erlebt man nicht alle Tage: Am 8. Dezember 1934 versammelte sich das ganze Dorf vor der Kirche. Im Hintergrund zu sehen: Die glänzenden neuen Glocken auf dem Wagen. Jetzt kann es dann gleich losgehen: Die kleinste Glocke wird für den Aufzug vorbereitet. Pfarrer Ott begrüsst die grösste Glocke, bevor er den Glockenspruch verkündet und sie mit einem Hammer anschlägt. Mit grossem Einsatz zieht die Schuljugend an einem Seil die Glocke hoch. Ganz klein in der Bildmitte ist die Glocke zu sehen, die gerade aufgezogen wird. Eine weitere Aufnahme, wie Kinder an einem langen Seil die mehrere hundert Kilogramm schweren Glocken aufziehen. Im Hintergrund gut zu erkennen: Der damalige Vorbau vor dem Schloss. Und links im Bild eines der ganz wenigen Automobile, die es 1934 überhaupt gab. Bald ist die Glocke oben! Geschafft! Diese Glocke ist oben angekommen. Dort wird sie von Werkmeister Wernli in Empfang genommen. Eine weitere Glocke schwebt hoch: Sie ist unterhalb des Glockenturms zu sehen. In der kolportierten Geschichte über die grossen Glocken, die angeblich nicht durch die Fensteröffnung passten, wird auch erzählt, dass man das Missgeschick nachträglich mit grünen Blechjalousien abgedeckt hätte. Aufnahmen aus dem Jahr 1927, die auch im Fotoalbum von Emil Jucker zum Glockenaufzug zu sehen sind, zeigen aber ganz klar, dass diese Jalousien schon lange Zeit zuvor angebracht worden waren. Im Bild: Durch die geöffnete Jalousie ist eine der neuen Glocken zwei Tage nach dem Aufzug zu sehen. Als Erinnerung an den Glockenaufzug wurde 1934 ein Glockenbüchlein verteilt.